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Liebe Patientin,
bei den von Ihnen geäußerten Beschwerden "Juckreiz, Brennen im Genitalbereich, begleitet von verstärktem Ausfluss", handelt es sich mit hoher Warscheinlichkeit um eine Pilzinfektion.
Pilze, hier vor allem Candida albicans, besiedeln in niedriger Keimzahl häufiger die Scheide der Frau. Solange sie von den natürlich vorkommenden Milchsäurebakterien an der Vermehrung gehindert werden, machen sie keine Beschwerden. Wenn sich aber die Pilze stark vermehren, z.B. nach Antibiotikaeinnahme, Aufsuchen von feucht-warmen Plätzen, wie Sauna,
Schwimmbad , Solarium oder auch nach allzuviel Süßem, kann es zu einer Entzündung der Scheide mit den oben genannten Symptomen kommen.
Diese Entzündung ist keine Geschlechtskrankheit und nicht gefährlich.
Da Pilze nur in feucht-warmen Milieu gedeihen, werden sie in der Regel nicht auf den Partner übertragen.
Die Scheidenentzündung kann leicht behandelt werden, entweder mit einer dreitägigen, kombinierten Anwendung von Scheidenzäpfchen oder Scheidencreme, 1x abends in die Scheide einzuführen und eine Creme für außen 2x täglich. In seltenen Fällen muß auch mal 6 Tage behandelt werden. Eine Alternative zur lokalen Therapie stellt die Einnahme einer Einmalkapsel dar.
Eine gynäkologische Untersuchung ist nicht zwingend erforderlich, sollte aber dann erfolgen, wenn trotz obiger Therapie, die Entzündung nach 10 Tagen nicht weg ist.
Zur Vorbeugung:
- Verzicht auf allzuviel Süßes (= Anfüttern der Pilze).
- Vermeidung von übertriebenem Waschen im Genitalbereich (=Vernichten der Milchsäureflora).
- Vermeidung von luftundurchlässiger Kleidung, wie synthetischer Unterwäsche, enge Jeans (= Schaffung eines feucht-warmen Milieus).
Bei hartnäckigen, chronisch rezidivierenden Pilzinfektionen kann eine Art Impfung (3 muskuläre Injektionen im Abstand von 14 Tagen, Auffrischung in 1 Jahr) durchgeführt werden.
Wenn Sie diese Empfehlungen berücksichtigen, haben Sie gute Aussichten auf Dauer Ihre Pilzinfektion loszuwerden.
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